Psychogramm
Aus Eselwatch
des typischen EsoWatch-Mitglieds
Das typische EsoWatch-Mitglied hat die Charakteristika eines schulmedizinischen Forentrolls: Überall dort, wo medizinische Mehrheitsmeinungen im Internet kontrovers diskutiert oder offen kritisiert werden, provoziert er - in der Regel anonym - so lange, bis keine konstruktiver Austausch mehr möglich ist. Im Grunde gibt es zwei Typen:
1. Der beauftragte Forentroll:
Die Marketing-Abteilungen der großen Pharmakonzerne haben schon lange erkannt, dass die Sozialen Netzwerke im Internet einerseits einen gewaltigen Werbemarkt darstellen, andererseits jedoch auch ein Marketing-Konzept z. B. durch negative Erfahrungsberichte gefährden können. Ein gewisser Prozentsatz der "Medizin-Trolle" besteht sicherlich aus geschultem Personal, das bewußt zur Infiltration sozialer Netzwerke eingesetzt wird.
Doch dies ist ein mühsames Geschäft, weshalb es wahrscheinlicher ist, dass man auf das bereits bestehende Potential von Personen zurückgreift, die mit ungeheurem Enthusiasmus - und kostengünstig - jede alternativmedizinische Meinung, die den Interessen der Gesundheitsindustrien, verfolgen. Eine beliebte Möglichkeit scheint die Freistellung von Universitätsmitarbeitern zu sein. Über die sogenannten "Drittmittel" haben Konzerne erstklassige Einflussmöglichkeiten innerhalb universitäterer Strukturen.
2. Der echte Forentroll
Wer mit sich selbst im Reinen ist und über eine gewisse Reife verfügt, der hat es nicht nötig, andere zu belehren und mit der eigenen Meinung zu missionieren, denn er versteht, dass "Wahrheit" etwas Subjektives und Relatives ist, der man sich zwar annähern, die man aber nicht vollkommen erreichen kann. Ein EsoWatch-Mitglied ist ein "echter" Forentroll. Wie Andersdenkende zu ihrer Sicht der Dinge gekommen sind, welche Erfahrungen und Erkenntnisse dahinterstehen, interessiert ihn nicht.
Er braucht keinerlei Schulung, sondern verfügt zum einen über eine destruktive Persönlichkeitsstruktur, zum anderen über Zeit und genügend Kenntnisse über "alternativmedizinisch infizierbare" soziale Netzwerke im Internet. Medizinisches Grundwissen ist im Prinzip nicht erforderlich: Welche Meinung die Schulmedizin zu einem Thema vertritt, ist im Internet leicht herauszufinden.
Ein EsoWatch-Mitglied ist ein Kontroll-Freak. Am Liebsten hätte er die Macht, das Internet und darüber hinaus die ganze Gesellschaft dergestalt zu dominieren, dass nur seine Sicht der "Wahrheit" gelten darf. Er ist geistig eher im Mittelalter und im Zeitalter der Inquisition zu Hause als in der modernen Demokratie mit ihren verfassungsgemäß verbrieften Grundrechten.
Ein EsoWatch-Mitglied ist zwanghaftem Schubladendenken verfallen. Er teilt die Menschen z. B. auf in zwei Kategorien: Diejenigen, die für ihn sind, und diejenigen, die gegen ihn sind.
Forentrolle haben ein emotionales Defizit an positiver Zuwendung. Da negative Zuwendung immer noch besser ist als gar keine, holen sie sich diese durch ihre Aktivitäten.
Das typische EsoWatch-Mitglied ist rechthaberisch und leicht erregbar, wenn ihm widersprochen wird. Es will ihm einfach nicht in den Kopf, dass es unterschiedliche Standpunkte und Meinungen zu dem Thema gibt, das ihm so sehr am Herzen liegt - und dass dies auch gut so ist. Er teilt die Menschheit ein in mündige und unmündige Personen. Die unmündigen Personen sind dabei vom Urteil der mündigen Personen - zu denen sich die EsoWatch-Mitglieder zählen - abhängig. Er sieht sich als eine Art übergeordnete Schiedsstelle, die allein weiß, wer zu den Mündigen und wer zu den Unmündigen gehört. Die Einteilung ist dabei genialerweise einfach: Wer seine Meinung teilt, ist mündig und wer eine andere Meinung hat, ist unmündig.
Für ein EsoWatch-Mitglied ist es unerträglich, wenn eine abweichende Meinung öffentliche Aufmerksamkeit erhält. Deshalb sieht er in seiner Funktion als Forentroll eine Art Berufung, die er mit missionarischem Eifer verfolgt. Dummerweise stehen seine Zielobjekte heutzutage unter dem Schutz des Grundgesetz, so dass eine Inquisition, wie es früher Sitte war, leider nicht in Frage kommt. Aber immerhin kann man die "Ketzer" über das Internet öffentlich bloßstellen und verächtlich machen oder zumindest verhindern, dass sie gehört werden.
Man nennt so jemanden eine "destruktive Persönlichkeit". Das ist jemand, der nicht einsichtsfähig oder einsichtswillig ist, der ohne Zögern grenzüberschreitend und verletzend agiert, wenn seine "edle Sache" dies rechtfertigt, mit dem man nicht diskutieren, sondern vor dem man sich nur mit allen Mitteln schützen kann.
Das typische EsoWatch-Mitglied achtet penibel darauf, dass er immer auf der Seite der Mehrheit steht, so dass er - vermeintlich - leichtes Spiel mit Vertretern von Minderheitsmeinungen innerhalb der Gesellschaft hat. Daraus folgt, dass er im Grunde gar keine eigene Meinung hat und zudem ein Feigling ist, der auf die - vermeintlich - Schwachen prügelt, sobald er sich vor Konsequenzen sicher wähnt.
Obleich selbst völlig dialogunfähig, weil er nur um sich selbst kreist und seine Kommunikation aus reinen Monologen besteht, sind es in den Augen des EsoWatch-Künstlers immer die Anderen, die unfähig zum Dialog sind. Die Psychologie nennt dies auch "Übertragung".
